24.10.2022

Akupunktur und Meridiane in der Zahnmedizin

Akupunktur und Meridiane aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin: Hintergrund, Einsatz in der Zahnmedizin und Grenzen des Verfahrens.

Was passiert bei der Akupunktur?

Die Bezeichnung Akupunktur kommt aus dem Lateinischen: Darin stecken das Wort "acus" (die Nadel) und "punctio" (das Stechen).

Nach der Vorstellung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sollen durch den gezielten Einsatz von Nadeln Blockaden im Qi-Fluss gelöst und Schmerzen gelindert werden.

Es handelt sich um eine alte chinesische Behandlungstechnik, bei der dünne Nadeln bestimmte Punkte des Körpers stimulieren. Als möglicher Wirkmechanismus wird unter anderem die Freisetzung körpereigener Botenstoffe wie Endorphine diskutiert, die an der Schmerzwahrnehmung beteiligt sind.

Durch den Einsatz dieser feinen Nadeln an geeigneten Akupunkturpunkten sollen Schmerzen gelindert werden.

Die Akupunktur gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin und wird oft begleitend zur klassischen Schulmedizin angewendet.

Die Traditionelle Chinesische Medizin stammt aus dem asiatischen Raum und hat eine sehr lange Tradition. In der TCM geht man davon aus, dass durch den menschlichen Körper die Lebensenergie Qi fließt. Wenn sie das ungestört tun kann, geht es dem Menschen gut. Gibt es jedoch Blockaden, etwa durch Muskelverhärtungen oder Entzündungsprozesse, entstehen nach dieser Vorstellung Schmerzen, und in dem betroffenen Bereich fehlt Energie. Eine Akupunkturnadel soll dann wie eine Brücke für den Energiefluss wirken.
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Was ist ein Akupunkturpunkt?

Nach Theorien der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der Körper von 14 sogenannten Meridianen überzogen, den Energiebahnen unseres Körpers.

Beim Akupunkturpunkt handelt es sich um einen bestimmten Punkt auf der Haut, an dem die Nadel eingeführt wird und über den nach der Lehre der TCM der Energiefluss beeinflusst werden soll. Die Lage der Punkte lernt die Ärztin oder der Arzt während der Ausbildung in der TCM.

Es gibt hunderte Akupunkturpunkte auf unserer Haut.

Ein Akupunkturpunkt kann unterschiedlich stimuliert werden. Die Akupunkturnadel ist eine Möglichkeit. Die Stimulation kann auch durch Hitze, Strom oder Druck erfolgen. Wenn der Punkt durch Druck stimuliert wird, sprechen wir von Akupressur.
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Wie findet der Arzt den richtigen Akupunkturpunkt?

Die Ausbildung in der TCM hört niemals auf. Während der Ausbildung lernt der Arzt die entsprechenden Akupunkturpunkte zu lokalisieren und auch verschiedene Therapieschritte und Kombinationen anzuwenden. Zusätzlich gibt es spezielle Geräte, die den Hautwiderstand messen und bei der Bestimmung von Punkten helfen sollen. Sie werden vor allem in Bereichen eingesetzt, in denen viele Punkte nah nebeneinander liegen, wie zum Beispiel an der Ohrmuschel.
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Was sind Dauernadeln?

Als Dauernadeln bezeichnet man Akupunkturnadeln, die über einen längeren Zeitraum in der Haut verbleiben. Durch das anhaltende Stimulieren soll die Wirkung der Behandlung verlängert werden. Mithilfe eines kleinen Pflasters wird die Dauernadel fixiert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Dauernadel auch am richtigen Akupunkturpunkt bleibt.
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Was ist bei der Akupunktur zu beachten?

Akupunktur wird häufig begleitend zu schulmedizinischen Behandlungen eingesetzt, vor allem bei Schmerzen und zur Entspannung.

Wie jede Behandlung kann auch Akupunktur Nebenwirkungen haben, zum Beispiel kleine Blutergüsse, Schmerzen an der Einstichstelle oder Kreislaufreaktionen. Die Behandlung gehört deshalb in erfahrene Hände.

In der Schwangerschaft, bei Blutgerinnungsstörungen oder bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente sollte eine Akupunktur vorher ärztlich abgeklärt werden.

Wofür wird Akupunktur eingesetzt?

Akupunktur wird bei verschiedenen Beschwerden angewendet. Die wissenschaftliche Datenlage ist dabei je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Akupunktur nur bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und bei chronischen Knieschmerzen durch Gonarthrose (Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses von 2006). Häufige Anwendungsbereiche sind:

  • Chronische Schmerzen
  • Übelkeit
  • Beschwerden nach Operationen

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Wichtig!

Akupunktur ersetzt keine ärztliche oder zahnärztliche Diagnose und Behandlung.

Sie kann eine Behandlung ergänzen, aber keine defekten Strukturen reparieren.

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Was sind Meridiane?

In der TCM geht man davon aus, dass die Energie Qi in unserem Körper entlang bestimmter Energiebahnen fließt. Diese Energiebahnen werden als Meridiane bezeichnet. Nach dieser Vorstellung verbinden sie nicht nur verschiedene Organe und Körperteile miteinander, sondern stehen auch mit der Psyche in Verbindung. Es gibt insgesamt 14 Meridiane, die alle miteinander verbunden sind. Deshalb werden Nadeln in der TCM auch weit entfernt vom eigentlichen Schmerz gesetzt.

Es ist die Aufgabe des Arztes oder Heilpraktikers, zu bestimmen, was Ursache und was Symptom ist. Daher ist es üblich, dass beispielsweise bei Migräne auch Nadeln gesetzt werden, die nicht in der Nähe des Kopfes sind.

Jedem Meridian ist ein Funktionskreis zugeordnet. Nach der Lehre der TCM zeigen sich Stagnationen oder Blockaden der Energie in diesem Bereich zunächst durch Symptome oder leichte Beschwerden.

Dr. Annette Jasper
Profil

Die Informationen auf FUGABI dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine Untersuchung und keine Beratung in der Praxis.