25.01.2024

Was ist Umweltzahnmedizin?

Was Umweltzahnmedizin ist, welche Rolle Materialien und ihre Verträglichkeit spielen und welche Fragen sich in der zahnärztlichen Beratung klären lassen.

Die Umweltzahnmedizin ist eine relativ junge Fachrichtung der Zahnheilkunde. Sie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Zähnen, Mundhöhle und der Gesundheit des ganzen Körpers. Lange Zeit stand in der Zahnheilkunde die mechanische Versorgung im Vordergrund. Mit wachsendem Verständnis für integrative Zusammenhänge rückt heute auch die Allgemeingesundheit stärker in den Blick. Wichtige Themen sind hierbei Zahnersatz aus Metall, allgemein Materialien in der Mundhöhle, stille Entzündungen, nervtote oder wurzelbehandelte Zähne, chronische Knochenentzündungen, Implantate aus Keramik und die Dentosophie. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber bereits, wie vielfältig die Umweltzahnmedizin ist.

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Metalle in der Mundhöhle

Amalgam enthält Quecksilber. Aus Amalgamfüllungen können geringe Mengen Quecksilberdampf freigesetzt werden. Wie diese Belastung gesundheitlich zu bewerten ist, wird fachlich unterschiedlich beurteilt. Seit dem 1. Januar 2025 darf Amalgam in der EU nur noch in medizinisch begründeten Ausnahmefällen für neue Füllungen verwendet werden (Verordnung (EU) 2024/1849). Auch bei anderen Legierungen, etwa Goldlegierungen, kann es im Einzelfall zu Unverträglichkeiten kommen. In der Umweltzahnmedizin werden deshalb häufig metallfreie Materialien wie Keramik eingesetzt. Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit kann eine individuelle Verträglichkeitstestung besprochen werden.

Stille Entzündungen an toten und wurzelbehandelten Zähnen

An toten oder wurzelbehandelten Zähnen können Entzündungen entstehen, die keine Schmerzen verursachen und deshalb oft unbemerkt bleiben. Solche Entzündungen können sich im Kieferknochen ausbreiten. In der Umweltzahnmedizin wird daher Wert auf eine sorgfältige Diagnostik gelegt, damit solche Befunde erkannt und behandelt werden können. Auch mögliche Unverträglichkeiten gegenüber Wurzelfüllmaterialien werden dabei berücksichtigt. Ob ein Befund im Mund mit Beschwerden an anderer Stelle im Körper zusammenhängt, lässt sich nur im Einzelfall und in Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt beurteilen.

Verträgliche Werkstoffe und Keramikimplantate

Die moderne Zahnmedizin bietet eine Vielzahl von Werkstoffen mit guter Verträglichkeit. Keramikimplantate sind eine metallfreie Alternative zu Titanimplantaten. Sie kommen vor allem für Patientinnen und Patienten infrage, die eine metallfreie Versorgung wünschen, und sind zahnfarben. Welches Material im Einzelfall geeignet ist, hängt von Befund, Knochenangebot und individuellen Voraussetzungen ab und sollte in der Praxis besprochen werden.

Dentosophie: die ganzheitliche Betrachtungsweise

Die Dentosophie ist ein Ansatz in der Zahnmedizin, der die ganzheitliche Betrachtung von Körper und Zähnen betont. Sie berücksichtigt neben den zahnärztlichen Aspekten auch Muskelketten und die Körperhaltung. Mit sanften Methoden, bei denen die Mitarbeit der Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt steht, soll die Zahn- und Kieferstellung beeinflusst werden. Angewendet wird die Dentosophie bei Kindern und Erwachsenen, zum Beispiel bei Fehlbissen oder Kiefergelenksbeschwerden. Ob der Ansatz im Einzelfall geeignet ist, sollte in einer zahnärztlichen Beratung geklärt werden.

In der Umweltzahnmedizin wird der Mensch als Ganzes betrachtet. Neben der Allgemeingesundheit spielen verträgliche Materialien und entzündungsfreie Verhältnisse im Mund eine wichtige Rolle.

Fragen Sie in Ihrer Praxis nach, welche Materialien in Ihrem Mund verarbeitet wurden oder verwendet werden sollen, und lassen Sie Zähne und Kiefer regelmäßig kontrollieren.

Ihre Dr. Christina Weiß

beOne dental

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Dr. Christina Weiß
Profil

Die Informationen auf FUGABI dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine Untersuchung und keine Beratung in der Praxis.